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Zwischen Alpenraum und Konzerttradition: Friedrich-Gulda-Studierende beim International Music Competition “Tomaž Holmar”

Wenn sich Ende Mai im norditalienischen Malborghetto-Valbruna junge Musiker:innen aus unterschiedlichen Ländern versammeln, entsteht dort für einige Tage ein besonderer musikalischer Resonanzraum: konzentriert, international und geprägt von jener Ernsthaftigkeit, die große musikalische Entwicklungen oft im Stillen begleitet. Der International Music Competition “Tomaž Holmar”, der 2026 bereits zum 13. Mal stattfindet, zählt zu jenen Wettbewerben, die weniger auf bloße Virtuosität als auf künstlerische Persönlichkeit, Ausdruckskraft und musikalische Reife fokussieren. Am 24. Mai werden mit Stefan Petkovic, Aleksandar Djuric und Ivan Tečić gleich drei junge Akkordeonisten der Friedrich Gulda School of Music an diesem internationalen Wettbewerb teilnehmen. 

Gerade das Akkordeon erlebt seit einigen Jahren eine bemerkenswerte Renaissance im internationalen Konzertbetrieb. Längst hat sich das Instrument von traditionellen Zuschreibungen emanzipiert und seinen Platz innerhalb zeitgenössischer Konzertprogramme, kammermusikalischer Formationen und internationaler Wettbewerbe behauptet. Wettbewerbe wie der “Tomaž Holmar” tragen wesentlich dazu bei, diese Entwicklung sichtbar zu machen. Junge Interpret:innen begegnen dort nicht nur einer internationalen Jury, sondern auch unterschiedlichsten musikalischen Traditionen, ästhetischen Ansätzen und Auffassung von Klangkultur.

Für Nachwuchsmusiker:innen bedeutet eine solche Teilnahme weit mehr als den Wettbewerbsgedanken selbst. Es ist die Erfahrung, sich mit Kolleg:innen aus anderen Ländern musikalisch zu messen, Interpretationen zu hinterfragen und den eigenen künstlerischen Zugang unter professionellen Bedingungen weiterzuentwickeln. Besonders in einer Disziplin wie dem Akkordeonspiel, die hohe technische Präzision mit sensibler klanglicher Gestaltung verbindet, entstehen solche Entwicklungen oft im Detail: in Phrasierungen, in der Balance zwischen Virtuosität und Transparenz oder in der Fähigkeit, musikalische Spannung über lange Bögen hinweg zu gestalten.

Dass mehrere Studierende der Friedrich Gulda School of Music gleichzeitig bei einem internationalen Wettbewerb vertreten sind, unterstreicht dabei auch die Qualität einer Ausbildung, die sich nicht allein auf technische Exzellenz reduziert. Vielmehr zeigt sich hier ein Umfeld, in dem junge Musiker:innen früh dazu ermutigt werden, eine eigene künstlerische Sprache zu entwickeln und sich international zu positionieren.

Malborghetto-Valbruna selbst bietet dafür einen beinahe symbolischen Rahmen. Eingebettet zwischen alpiner Landschaft und italienischer Kulturtradition entsteht dort jene besondere Atmosphäre, die internationale Musikbegegnungen oftmals prägt: konzentrierte Arbeit, spontane musikalische Gespräche und das gemeinsame Verständnis, dass Musik stets auch kultureller Austausch ist.

Für Liebhaber:innen klassischer Musik und zeitgenössischer Interpretationskunst lohnt sich daher der Blick auf diesen Wettbewerb nicht nur wegen der Ergebnisse, sondern vor allem wegen jener jungen Künstlerpersönlichkeiten, die hier bereits erkennen lassen, wohin sich die internationale Musiklandschaft der kommenden Jahre entwickeln könnte.

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Geschrieben am May 18th, 2026